Klärschlammverwertung

Bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen entsteht als eines der wesentlichen Endprodukte so genannter Klärschlamm. Jedes Jahr fallen im Einzugsgebiet des Kläranlagenbetriebsverbands zwischen 6.500 und 7.000 Tonnen entwässerter Klärschlamm an.

Was genau ist Klärschlamm?
Wesentliche Bestandteile des hier beschriebenen Klärschlamms sind Bakterienmasse und Mikroorganismen, die die gelösten Abwasserinhaltsstoffe während des Reinigungsprozesses um- und abbauen. Gröbere Bestandteile wie z.B. Plastikartikel sind hier bereits nicht mehr enthalten, sie werden mit separaten Behandlungsschritten aus dem Abwasserstrom entfernt und separat verwertet. Da sich die Bakterienmasse und die Mikroorganismen im Prozess vermehren, wird die überschüssige Masse als Klärschlamm kontinuierlich abgezogen. Während des weiteren Behandlungsweges in der Kläranlage werden verschiedene Zuschlagsstoffe hinzugegeben, so dass sich der Klärschlamm gut entwässern, handhaben und transportieren lässt.

Verwertung des Klärschlamms
Klärschlamm enthält viele wichtige Nährstoffe, die nicht ohne weiteres aus dem Stoffkreislauf ausgeschleust werden sollten. Das enthaltene Phosphat wird in der Landwirtschaft dringend gebraucht und kann nicht künstlich hergestellt werden. Der Vorrat auf der Erde ist begrenzt und endlich.

Beim Kläranlagenbetriebsverband Ems- und Wörsbachtal wird der entstehende Klärschlamm daher bereits seit vielen Jahren auf zwei verschiedene Wege vollständig stofflich verwertet. Ein Teil des Klärschlamms wird zusammen mit Grünschnitt zu einem hochwertigen Kompost verarbeitet. Der größere Teil wird entsprechend den geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen landwirtschaftlich verwertet. Der gesamte Klärschlamm unterliegt einer externen Gütesicherung.

Aus Sicht der Landwirtschaft bestehen Klärschlämme zu mehr als 99 % aus pflanzenbaulich nutzbaren Nähr- und Humusstoffen und sind daher eine "Nährstoffsenke". Durch die Düngung und Bodenverbesserung mit Klärschlamm und Klärschlammkompost wird eine Vielzahl von umweltrelevanten Effekten erzielt: Verminderung von Humusabbau, Reduktion der Bodenverdichtung, Förderung und Erhalt der Bodenfruchtbarkeit etc..

Gütesicherung - Zertifizierung
Zur Sicherstellung höchster Qualitätsansprüche unterliegt die gesamte landwirtschaftliche Klärschlammverwertung beim Kläranlagenbetriebsverband der Gütesicherung durch eine externe Zertifizierungsstelle.

Der Kläranlagenbetriebsverband als Gütezeichennutzer unterzieht sich dabei freiwillig unabhängigen Kontrollen, die über die rechtlichen Vorgaben hinausgehen. Konkrete Ahndungs- und Ausschlusskriterien sind elementare Bestandteile des RAL-Gütezeichens „AS-Düngung“. Dabei deckt die Gütesicherung den gesamten Verwertungsweg von der Kläranlage bis zum Feld ab und erzeugt somit Transparenz und Akzeptanz für den Recyclingdünger.

Das RAL-GZ „AS-Düngung“ garantiert, dass die maßgeblichen Gesetze und Vorschriften zu Düngemittelrecht, Klärschlammverordnung, Umwelt- und Gewässerschutz sowie zur Arbeits- und Betriebssicherheit beachtet werden. Die ausgezeichneten Klärschlämme halten bereits heute die künftig schärferen Grenzwerte der Düngemittelverordnung und der Klärschlammverordnung ein – sie liegen sogar oftmals um ein mehrfaches unter diesen Werten. Zusätzliche Inhaltsstoffe werden im Rahmen eines Monitorings untersucht. Hinzu kommt die Selbstverpflichtung zur ständigen Qualitätsverbesserung und Optimierung der betrieblichen Prozesse, was auch die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter mit einschließt.
Mikroorganismen und Bakterienmasse im Klärschlamm unter dem Mikroskop
Mikroorganismen und Bakterienmasse im Klärschlamm

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