Betonsanierung der Kläranlage Niederselters - 2. Teil

01.09.2016 - Nachdem der Beton von Sand- und Fettfang sowie zugehöriger Gerinne im letzten Jahr saniert wurde, waren in diesem Jahr die beiden Regenüberlaufbecken auf der Kläranlage an der Reihe.

Ein Schadensgutachten aus dem Jahr 2013 hatte ergeben, dass Sand- und Fettfang sowie die beiden Regenüberlaufbecken (1 und 2) saniert werden müssen, um eine Zustands- und Substanzverschlechterung der Stahlbetonbauwerke zu verhindern. An Bio-P-Becken und Vorklärbecken sowie am Zulaufhebewerk waren nur geringe Schäden festzustellen, so dass derzeit noch kein Handlungsbedarf besteht.

Die erforderlichen Sanierungsarbeiten wurden im Frühjahr 2016 geplant und ausgeschrieben. Die Auftragsvergabe fand Ende März 2016 statt, so dass die Arbeiten mit dem Beginn der "wärmeren" Jahreszeit starten konnten.

Zur zeitweisen Außerbetriebnahme der Becken wurde in intensiver Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde RP Gießen ein Interimskonzept entwickelt und bereits im letzten Jahr genehmig, so dass Durchführbarkeit, Betriebssicherheit und Reinigungsleistung der Kläranlage während der gesamten Bauzeit gewährleistet waren. Natürlich mussten die beiden Becken nacheinander saniert werden, so dass ständig mindestens ein Becken ohne Einschränkungen genutzt werden konnte. Weitere Provisorien mussten eingerichtet werden, um den Betrieb ohne größere Behinderungen aufrecht zu erhalten.

Wand nach Abtrag der oberen Betonschicht
Wand nach Abtrag der oberen Betonschicht
Die Arbeiten begannen mit der Beckenleerung und - reinigung, dem Abbau der maschinellen und elektrotechnischen Ausrüstung und den Schutzmaßnahmen der benachbarten Anlagenteile. Anschließend wurde mittels Höchstdruckwasserstrahl (bis 2.500 bar) die obere, geschädigte Betonschicht abgetragen (zum Vergleich: handelsübliche Hochdruckwasserstrahler für Haus und Garten haben einen Druck von 150 bis max. 200 bar). Danach wurde der Untergrund des verbleibenden Betons erneut begutachtet, um zu prüfen, ob die vorgesehenen neuen Betonschichten ausreichend haften. Leider zeigte sich, dass der Beton bis in tiefere Lagen stark geschädigt war und daher tiefer als geplant abgetragen werden musste.

Auftrag des neuen Betons im Spritzverfahren
Auftrag des neuen Betons im Spritzverfahren
Die Bewehrung war allerdings noch sehr gut und konnte weiterhin genutzt werden. Sie wurde zum großen Teil freigelegt und neu am vorhandenen Beton verankert. Anschließend wurde mittels Spritzverfahren wieder neuer Beton in der erforderlichen Stärke aufgebracht. Zum Schluss wird noch eine spezielle Schicht zum zusätzlichen Schutz der Oberfläche aufgebracht. Außerdem werden die Bauwerksfugen neu abgedichtet und verschlossen.

Sanierte Stirnwand des westlichen Regenüberlaufbeckens
Sanierte Stirnwand des westlichen Regenüberlaufbeckens
Aktuell wird nach dem Abschluss der Arbeiten am ersten Regenüberlaufbecken das zweite Becken bearbeitet. Bis zum Herbst wird auch dieses Becken fertiggestellt sein, so dass die Arbeiten vor der „kalten Jahreszeit“ abgeschlossen sind. Das ist sehr wichtig, da die speziellen Sanierungsmörtel nur bei bestimmten Temperaturen verarbeitet werden dürfen. Im Herbst wird die Kläranlage nach einem halben Jahr provisorischem Betrieb wieder in Normalbetrieb gehen können. Die Leistungsfähigkeit der Kläranlage war während der gesamten Bauzeit durch die Provisorien gewährleistet. Alle Ablaufgrenzwerte konnten eingehalten werden.

Stellv. Verbandsvorsteher Bernd Hartmann (Selters), Verbandsvorsteher Wolfgang Erk (Bad Camberg), Geschäftsführer Matthias Fink, erster Stadtrat Felix Hartmann (Idstein), Abwassermeister Jens Stath und Verbandsingenieur Florian Rating besichtigen die Baustelle (v.l.).
Der Vorstand macht sich ein Bild von dem Stand der Arbeiten
Im Rahmen der Sanierung des Betons von Sand- und Fettfang, Gerinnen im Zulaufbereich und der beiden Regenüberlaufbecken wurden rund 300 Tonnen Beton abgetragen sowie eine Fläche von 3.600 m² und eine Fugenlänge von ca. 300 m saniert.

Für die Sanierungsarbeiten der beiden Abschnitte 2015 und 2016 investiert der Abwasserverband Emsbachtal rund 800.000,- Euro.

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